Die inklusive Fußballmannschaft der tohus gGmbH nach dem Gewinn des tohus-Pokals.

Die tohus gGmbH informiert aktuell über ihre Arbeit in den Sozialräumen des Landkreises Stormarn und über neue Inklusionsprojekte.

Lagerfeuer, Tischtennis, Billard und Boule – die offenen Angebote

Bad Oldesloe, 2.06.2022 – Man schiebt eine Tür auf und schon steht man mittendrin im grünen Hinterhof-Idyll. Im unregelmäßigen Takt ploppt ein Zelluloidball über eine Tischtennisplatte, am Rand der Rasenfläche lodert ein Lagerfeuer und ganz hinten häckselt Slowomir die verdorrten Reste eines ehemaligen Brombeerstrauch-Urwalds. Das ist seine Beteiligung am offenen Freizeitangebot in der Hamburger Straße – Sträucher schneiden, Rasen mähen, aufräumen und er tut das sichtlich gern.

Alle anderen der gut ein Dutzend Klient*innen und Mitarbeitenden der tohus gGmbH lassen es ruhiger angehen. Helge zum Beispiel erhebt sich gerade von seinem Platz am wärmenden Feuer und schlendert zum Grillplatz, wo die Bratwürste inzwischen bissfest sind. Schwupps, hat er drei verzehrt und lässt sich von Daniel Kabak, Assistenz im Wohnbereich der tohus gGmbH, noch ein viertes auf den Teller legen. „Zwei für den Appetit und zwei für das Foto“, sagt er schmunzelnd. Der Mann hat Humor. Worüber unterhält er sich mit den anderen aus seinem Wohnhaus in der Hamburger Straße oder auch aus anderen Wohnbezügen der tohus gGmbH? „Musik, Filme, alte Freunde und Hunde, ich hatte nämlich mal einen Riesenschnautzer.“

Helge freut sich, wenn Henrik Bichels, Heilerziehungspfleger und Bezugsbetreuer, ihn zu Spaziergängen, Ausflügen und zum Tischtennis motiviert. Etwas zäher wird das Gespräch allerdings, wenn es um das Putzen in seiner 3er WG oder um Ernährungsgewohnheiten geht. „Lebenspraktische Themen zu besprechen und dabei zu unterstützen, gehört natürlich zu unserem Job“, sagt Henrik Bichels, „Gesundheit, Lebensplanung, Alltagsgestaltung, Anträge stellen, Behördengänge und Freizeitangebote.“ Dabei spielen die offenen Angebote der tohus gGmbH nach den langen Corona-Lockdown-Zeiten eine wichtige Rolle. „Für viele Klient*innen ist das offene Angebot ein lebendiger Ankerpunkt, denn oft sitzen sie allein in ihrer Wohnung und haben wenig Kontakt zu anderen Menschen“, so Henrik Bichels. Wichtig: das wöchentliche Angebot ist wirklich frei, einige Klienten bleiben nur kurze Zeit, andere die ganzen drei Stunden.

Auch an anderen Orten hat die tohus gGmbH solch offene Freizeitangebote etabliert, in der Bargteheider Rathausstraße zum Beispiel. Dort gibt es einmal in der Woche einen Spiele-Nachmittag mit Kartenspielen oder Billard. Darüber hinaus gibt es in Bad Oldesloe in der Nähe der Hochhäuser Am Hölk ein Boule-Treff, das von der tohus gGmH initiert worden ist. Hier kann jeder mitmachen, Nachbarn und auch Menschen, die keine Boule-Kugeln dabei haben. Zusätzliche Kugeln werden von der Gruppe extra bereit gehalten. „Wir spielen immer, auch bei Regen“, sagt Daniel Kabak, der Mann vom Grill, „und auch, wenn niemand von tohus dabei ist, die Gruppe spielt.“

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Platz für neue Gestaltung – Slowomir bei der Arbeit.Gute Stimmung an der Feuerschale.Bratwurst für alle heißt Freude für alle.Das Tischtennisniveau ist seit Wiedereröffnung des Angebots stark gestiegen.
Neue Outdoorküche im Ruinen-Look für Tagesstätte Bad Oldesloe

Bad Oldesloe, 13.05.2022 Im vergangenen Jahr war auf dem Grundstück der Psychiatrischen Tagesstätte ein Pizzaofen fertiggestellt worden, gefördert vom Corona-Hilfsfonds der Evangelischen Stiftung Alsterdorf, dem Mutterschiff der tohus gGmbH. Jetzt entsteht gleich daneben eine neue Outdoorküche, ebenfalls gefördert vom Corona-Hilfsfonds. Entstanden ist die Idee von einem luftigen Raum außerhalb abgeschlossener Wände zum Kochen, Braten, Grillen und Backen infolge der Corona-Pandemie. Das Motto: je mehr Raum und Luftaustausch, desto geringer die Infektionsgefahr. Der nicht unbedeutende Nebengedanke: Hier können Klient*innen etwas Sinnhaftes tun, ihre handwerklichen und organisatorischen Fähigkeiten verbessern und ihr Durchhaltevermögen beweisen.

Denn das wird bei dieser Arbeit gebraucht. Der Boden musste ausgeschachtet und mit Schubkarren abgefahren werden. Dann kam die Holzverschalung dran, um das Fundament gießen zu können. Dafür mussten insgesamt 5,5 Kubikmeter Kies aus dem Baumarkt herangeschafft und vermischt werden. Sechs Klient*innen waren an diesem Prozess beteiligt und dank ihres großen Engagements war das Gießen an einem Tag erledigt. Damit war der Boden für die Küchenfläche von 3x5 Metern und eine Sitzecke von 3x3 Metern bereitet.

Schritt für Schritt geht es nun weiter mit der Arbeit. Da Mitarbeiter*innen und Klient*innen mit ihrer Arbeit auch ästhetisch etwas Besonderes schaffen wollten, haben sie sich für die Mauern alte Ziegelsteine besorgt. Ruinen-Look nennen sie das, was hier entsteht – unregelmäßig gemauert und mit kleinen Fenstern ohne Scheiben verziert, damit der Wind Küche und Sitzecke jederzeit belüften kann. Im Juni/Juli soll die Arbeit beendet sein und nach einer Zeit des Genießens wird dann sicherlich bald das nächste Projekt geplant.

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Großes Gerät für die Arbeiten am Fundament.Mehrere hundert Fahrten mit der Schubkarre.Der Pizza-Ofen wurde vor einem Jahr gebaut, jetzt kommt die Küche.Dank genauer Planung klappt die Teamarbeit wunderbar.Der Charme des Ruinen-Looks lässt sich zumindest schon erahnen.
Auf in die Entwicklung inklusiver Realität – Sandra Waschinski kommt.

Barsbüttel, 20.01.2022 Eines hat Sandra Waschinski sich als neue Prokuristin und Nachfolgerin von Sabine König fest vorgenommen: das Leistungsangebot der tohus gGmbH zukunftsfähig zu gestalten und weiter auszubauen. Einarbeitungszeit benötigt sie dafür nicht, denn mit dem Studium der Sozialen Arbeit und dem Anerkennungsjahr in Hamburg als Basis hat sie schon 2002 bei der tohus gGmbH angeheuert und bringt somit maximale Betriebserfahrung mit.

Die Stationen: ambulante und teilstationäre Begleitung von Klient*innen sowie die zeitweise Unterstützung in der besonderen Wohnform der tohus gGmbH, Regionalleitung für den südlichen Bereich Stormarns mit den Zentren Barsbüttel, Glinde und Reinbek, 2009 Elternzeit, Wiedereinstieg in den Kundenservice und wenig später in den Bereich Ambulante Hilfen, dort dann in Leitungsfunktion und 2021 Bereichsleitung für ambulante und teilstationäre Teilhabeleistungen plus Prokura.

Tobias Gaiser, Geschäftsführer der tohus gGmbH: „Für mich war es wichtig, für die Prokura eine Person zu finden, die ein gutes Gespür für das hat, was die tohus gGmbH ausmacht, die alle unsere Leistungsangebote kennt, aber vor allem genau weiß, für welche Menschen diese Angebote so wertvoll und wichtig sind und die das Prinzip einer sich gegenseitig hinterfragenden Zusammenarbeit schätzt.“

Als sie sich entschied, die Anfrage der Geschäftsführung anzunehmen, ist sie von einigen Menschen aus ihrem Umfeld gefragt worden, wie sie das denn alles schaffen wolle, die hohe Verantwortung für die tohus gGmbH und ihre Rolle als Mutter. „Als Mutter von vier Kindern weiß ich, dass familienbezogene Kompetenzen und Führungsqualitäten ineinander greifen und sich gegenseitig positiv verstärken können“, so Sandra Waschinski. Außerdem stelle sich nicht die Frage, ob sich Familie und Beruf miteinander vereinbaren lassen, sondern schlicht und einfach, wie gut dies gelingen könne. Die tohus gGmbH bietet dafür die besten Voraussetzungen, denn gerade für diese Qualität wurde ihr 2019 der Sonderpreis für die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben beim Wettbewerb Great Place to Work verliehen.

Besonders im Fokus hat Sandra Waschinski die Veränderungen durch das seit 2020 in vier zeitversetzten Reformstufen in Kraft tretende Bundesteilhabegesetz, das Menschen mit Behinderung mehr Selbstbestimmung verspricht. Die damit einhergehende Einführung des Assistenzbegriffes bringt in Abgrenzung zur Betreuung auch sprachlich ein verändertes Verständnis der professionellen Hilfe zum Ausdruck: „Wir unterstützen Menschen, ihren Alltag möglichst selbstbestimmt und eigenständig zu bewältigen. Dazu gehört auch die Entscheidung für eine jeweils passende Wohnform als Ausdruck individueller Lebensgestaltung.“

Deshalb bietet die tohus gGmbH Unterstützung in vielfältigen Wohnformen an. Hier eine höhere Durchlässigkeit und Flexibilität, auch hinsichtlich der Intensität der Hilfe, zu schaffen, ist eine der Aufgaben für die Zukunft. „Eine partizipative Grundhaltung sowie die Einbeziehung der Interessen und der Lebensweltexpertise unserer Klient*innen ist mir bei der Gestaltung und Weiterentwicklung unserer Angebote ein besonderes Anliegen“, sagt Sandra Waschinski.

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Viel unterwegs: Sandra Waschinski hält auch als Prokuristin engen Kontakt zu Klient*innen und Mitarbeitenden.
Als Spitzen-Arbeitgeber ausgezeichnet: grosse Freude bei tohus

18.03.2019 – Am Sonnabend wurde in Berlin gefeiert. Bei der Auszeichnung von Deutschlands besten Arbeitgebern im Bereich „Gesundheit und Soziales“ landete die tohus gGmbH ganz weit vorn.

Das Gefühl der tohus-Mitarbeitenden, in einem guten Unternehmen eine wertvolle Arbeit zu leisten, ist jetzt bestätigt worden. Bei der Prämierungsveranstaltung von Great Place to Work am 16. März 2019 in Berlin ist die tohus gGmbH in Stormarn unter 140 teilnehmenden Unternehmen aus den Bereichen „Soziales“ und „Gesundheit und Soziales“ als eines der 25 besten in ganz Deutschland ausgezeichnet worden. Genauer gesagt: in der Kategorie „Soziales“ für Unternehmen über 50 Mitarbeitende erreichte die tohus  gGmbH einen grandiosen 2. Platz sowie den  Sonderpreis 2019 für die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben. Also: Best place to work!

Great Place to Work ist ein international tätiges Forschungs- und Beratungsinstitut und untersucht einmal jährlich, wie attraktiv Unternehmen von ihren eigenen Mitarbeitenden bewertet werden und gibt damit Hinweise, wie die Arbeit verbessert und ein möglichst vertrauensvoller Umgang miteinander erreicht werden kann. 2016/2017 hat tohus zum ersten Mal an der Befragung teilgenommen und jetzt, zwei Jahre später, gleich einen der vorderen Plätze erobert.

Als herausragende Gründe wurden genannt: eine Selbstverpflichtung zur Vereinbarung von Beruf und sozialen Bezügen, die flexible Arbeitszeitgestaltung für die Mitarbeitenden, der Wegfall der anlasslosen Befristung von Arbeitsverträgen, gesicherte Arbeitsplätze, besondere Sozialleistungen, Gesundheitsförderung, Weiterbildung, die hohe Anerkennung der Arbeitsleistung sowie die Möglichkeit eigene Ideen ins Unternehmen hineinzutragen.

89 Prozent aller Mitarbeitenden haben sich an der Befragung beteiligt. Ein herausragender Wert, denn er zeigt, wie aktiv sich die Mitarbeitenden in ihr Unternehmen einbringen. Weit überdurchschnittlich wurden Glaubwürdigkeit, Respekt, Fairness, Stolz und Teamgeist bewertet. In jedem dieser Faktoren schnitt die tohus gGmbH drei bis sieben Prozent besser ab als noch vor zwei Jahren. Aus gutem Grund, denn die tohus gGmbH hat die Zwischenzeit genutzt. Es wurde eine Arbeitsgruppe Gesundheit ins Leben gerufen, ein Gesundheitstag, ein unkompliziertes Ideenmanagement und eine kostenlose Sozialberatung, in der sich Mitarbeitende Hilfe zu Fragen wie Rente, pflegebedürftige Eltern oder Stress mit dem jeweiligen Chef holen können – selbstverständlich anonym.

Ein weiterer Punkt ist sicherlich die Tatsache, dass Inklusion bei tohus keine werbewirksame Mogelpackung ist, sondern als sinnstiftend empfunden wird. Belegt wird dies durch das Engagement, die Klient*innen in den Wohnangeboten und Tagesstätten mit Aktivitäten wie beispielsweise Sport, Kultur und Arbeitsmöglichkeiten wieder ins reale Leben der Sozialräume zu bringen. Erwähnt seien hier exemplarisch die Arbeit im Bürgerhaus Barsbüttel, in Bad Oldesloe das Kleingartengelände, die Garten-Connection, der tohus-Cup und die  Stadtteilarbeit Im Hölk sowie die abenteuerliche Fahrt der Bargteheider ALL INKLUSIV CREW beim Baltic Sea Circle rund um die Ostsee. Selbstverständlich unterstützen sich auch die Mitarbeitenden selbst gegenseitig, wenn jemand gesundheitliche Probleme hat. Das gehört zum Firmen-Ethos und wird von der Geschäftsführung gefördert.

Geschäftsführer Eckart Drews: „Nur durch das Engagement der Mitarbeitenden können wir in der Region Stormarn so gute Leistungen für unsere Klienten abliefern. Viele Ideen – gerade im inklusiven Miteinander – kommen von der Basis. Dafür bin ich sehr dankbar.“ So stellt Great Place to Work in seiner Gesamtbewertung für tohus auch fest: „Generell lässt sich durch alle Maßnahmen hinweg ein starker Fokus auf das Wohlbefinden von Klienten und Mitarbeitenden erkennen.“

Mit einer sich abzeichnenden wachsenden Mitarbeiterzahl soll dieser Prozess verstärkt weiter verfolgt werden, besonders unter den sich verändernden Bedingungen für die soziale Arbeit durch das Bundesteilhabegesetz. Die Mitarbeitenden sind davon überzeugt, dass dieser Prozess gelingt. Bei der Befragung beantworteten 85 Prozent der Belegschaft das Thema „Ich bin zuversichtlich, dass unsere Organisation die Herausforderungen der Zukunft erfolgreich bewältigen wird“ positiv.

Die ZEIT über die Besten Arbeitgeber "Gesundheit und Soziales" 2019

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Jubel bei der Preisverleihung von Great Place to Work in Berlin.Noch einmal Jubel: Diesmal komplett im Stehen und etwas gesetzter.Heike Struß von der tohus gGmbH im Gespräch mit dem Moderator über die Arbeitgeber-Qualitäten von tohus.140 Unternehmen hatten sich im Bereich Gesundheit und Soziales beworben. tohus war einer der Gewinner.
NDR Fernsehen „7 Tage… unter Verrückten“

21.10.2013 - Sieben Tage hielten sich die Autoren Christian v. Brockhausen und Timo Großpietsch für Filmaufnahmen im Psychosozialen Wohnheim ToHus in Bargfeld-Stegen auf. Daraus entstand ein 30minütiger Fernsehfilm für die Reihe „7 Tage…“. Gestern wurde er gesendet.

Bei dem Dreh im Psychosozialen Wohnheim ToHus entstanden Bilder vom Leben psychisch erkrankter Menschen, für die jeder Tag eine Riesenherausforderung ist, so die Erkenntnis von Christian v. Brockhausen. Bilder von Menschen, die von brutalen Albträumen heimgesucht werden, die sich gegen äußere Einflüsse mit Einweghandschuhen und Plastikfolien abschirmen und sich mitten im Wald ein Gartenbeet einrichten, um dort den überbordenden Einflüssen ihrer Umwelt zu entkommen.

Die Zuschauer erleben zauberhafte Musik-Sessions, Gespräche über zwanghafte Wahrnehmungen und Mitarbeiter, die versuchen, den Klienten im Schutzraum des ToHus Impulse zu geben, sich irgendwann wieder dem realen Leben außerhalb des Wohnheims stellen zu können.

NDR Fernsehen „7 Tage…unter Verrückten“

Archiv

In unserem Archiv finden Sie Beiträge, die nicht mehr aktuell sind. Aber manchmal lohnt es sich ja dennoch, in der Vergangenheit zu stöbern und nachzuschauen, was rund um die tohus gGmbH passiert ist.

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